Operationen für Kinder
Bei Kindern bis zum Erreichen des Schulalters sind Infekte deutlich gehäuft, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Die Gaumen- und Rachenmandeln als erste Abwehrorgane gegen eine Invasion von Viren und Bakterien leisten Schwerstarbeit.Durch die permanente Beanspruchung (Bildung von Antikörpern) sind sie vergrößert und entzündlich verändert, so dass typische Folgebeschwerden resultieren, die letztlich zur ärztlichen Vorstellung führen. Entzündlich vergrößerte Rachenmandeln (= Polypen, = Adenoide) können zu Dauerschnupfen, ständiger Mundatmung, Schnarchen und Schlafproblemen führen.
Die vollständige Entfernung der „Polypen“ (= Adenotomie) kann notwendig werden, wenn konservative Therapiemassnahmen auch über Wochen zu keinem dauerhaften Erfolg führen. Diese Operation ist eine der häufigsten Kinderoperationen überhaupt, wird in der Regel ambulant und in kurzer Vollnarkose durchgeführt.
Im Rahmen der heftigen kindlichen Immunreaktion können auch die Gaumenmandeln deutlich an Größe zunehmen und sich sogar mittig berühren (Kontakttonsillen). Diese können zu erheblichen Schluckstörungen, Schnarchen und nächtlicher Atemnot führen. Zur Erhaltung ihrer wichtigen Abwehfunktion ist in solchen Fällen nur eine Teilentfernung der Gaumenmandeln (= Tonsillotomie) notwendig, um die Beschwerden zu beseitigen. Dazu stehen verschiedenste Operationsverfahren zur Verfügung.
Eine durch „Polypen“ verursachte, gestörte Belüftung der Ohrtrompete (=Tube, =eustachische Röhre) führt zu Flüssigkeitsansammlungen hinter dem Trommelfell (= Paukenerguss), ggf. rezidivierenden Mittelohrentzündungen und dadurch zur Hörminderung und langfristigen Sprachentwicklungsverzögerung. Diese häufigen Ohrprobleme können durch einen Trommelfellschnitt (= Paracentese) mit Absaugen des Secrets aus dem Mittelohr beseitigt werden. Je nach Vorgeschichte (gehäufte Mittelohrentzündungen) kann auch die Einlage von so genannten Paukenröhrchen notwendig sein.


